Auszug aus der Dorfchronik von Saffig
von Helmut Dörholt

Blick über ganz Saffig

Die Gemeinde Saffig mit ca. 2300 Einwohnern liegt linksrheinisch im Neuwieder Becken, zwischen Rhein und Mosel, mit Blick auf den Westerwald und die Gipfel der Vulkaneifel.

Der Ort liegt unweit der Städte Koblenz und Andernach, an der Autobahn A 61, gehört zur Landschaft und der Verbandsgemeinde Pellenz, im äußersten Osten der Eifel und ist ein uraltes Siedlungs- und Kulturgebiet. Erste Funde führen bis zur Altsteinzeit.

Grabfunde aus der Bronzezeit, der Urnenfelderkultur, der eisenzeitlichen Eifel-Hunsrück-Kultur sowie der Spätlatenezeit deuten auf eine ständige Besiedlung.

Auch die keltischen Treverer und schließlich die Römer und Franken waren hier ansässig wie Funde belegen.

Durch die Ausgrabungen eines Gräberfeldes 1980-81 aus der fränkischen-merowinger Zeit mit etwa 350 Gräbern und zahlreichen Grabbeigaben erlauben es, den Beginn einer Saffiger Dorfgemeinschaft auf die Zeit um 600 nach Christus zu datieren.

Urkundlich erwähnt wird der Ort "Saffge" erst 1258 als kurkölnisches Lehen der "Herren von Kempenich", die Patronatsrechte dagegen lagen beim adligen St. Cäcilien-Stift in Köln.

Über Peter "von Schöneck" und Simon "Mauchenheimer von Zweibrücken", kam Saffig schließlich 1481 als kurkölnisches Lehen in die Familie derer "von der Leyen", die bis zum Einmarsch der französischen Revolutionstruppen 1794 die Herrschaft ausübten.

Georg der I. "von der Leyen" nannte sich 1485 Herr zu Saffig, Ohlbrück und Adendorf. Er und seine Gattin, Eva geb. "Mauchenheimer von Zweibrücken", wurden schließlich die Stammeltern eines der angesehensten adligen Geschlechter an Rhein und Mosel. Beide wurden nach ihrem Tod in Maria Laach beigesetzt.

Viele große und angesehene Persönlichkeiten finden wir unter ihren Nachkommen. Darunter Erzbischöfe und Kurfürsten in Trier und Mainz. So u.a. Johann der VI., Carl Caspar der II., und Damian Hartard "von der Leyen". Ferner geistliche Würdenträger als Domherren in Trier , Köln, Mainz, Worms, Eichstätt, Würzburg und Bamberg.

Aber auch der 22. Abt von Maria Laach, Simon "von der Leyen" und Äbtissinnen von Flauen-Klöstern am Rhein, finden wir als Angehörige dieser Familie.

Schließlich finden wir Männer als hohe kurkölnische-, kurtrierische- und kurpfälzische Beamte, Bürgermeister und Ratsherren in Köln, Koblenz, Andernach und Münstermaifeld.

Von Carl Caspar I. "von der Leyen", Freiherr zu Saffig, Kurtrierer Rat und Oberhofmarschall, ztw. Bürgermeister in Andernach, Amtmann in Münstermaifeld, Cobern und Alken der am 19.02.1703 starb, befindet sich das Epitaph aus schwarzem Marmor im Eingang der alten Barock-Kirche in Saffig.

Sein Besitz fiel an seinen Schwager Carl Caspar IV. Franz "von der Leyen", der 1711 in den Reichsgrafenstand erhoben wurde. Er und seine Gemahlin Maria Sophie geb. "von Schönborn-Reigelsberg", eine Schwester des damaligen Erzbischofs und Kurfürsten von Trier und auch späteren Fürstbischofs von Worms, Franz Georg "von Schönborn", waren die Erbauer der alten Saffiger Kirche.

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Durch ihren Wunsch und Entschluss, nach einem repräsentativen Kirchenbau in ihrer zeitweiligen Residenz, wurde in den Jahren 1739-42 die Barockkirche gebaut, die von dem bedeutenden Barockbaumeister Balthasar Neumann als eine Einheit mit dem damaligen Schloss geplant wurde und heute als Kulturdenkmal das Ortsbild prägt.